Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute, am Samstag, dem 25. Mai, ist:

  • Tag der vermissten Kinder 2019
  • Was kann es Grausameres geben, als nicht zu wissen, wo sich das eigene Kind befindet?
  • Die Fälle ähneln sich immer: Kinder verschwinden in ganz alltäglichen Situationen:
  • auf dem Weg zum Bäcker, zur Schule oder beim Spielen.
  • Die Ungewissheit über den Verbleib ist noch viel schlimmer als die Nachricht über den Tod.
  • Seit 1983 wird dieser Tag begangen, den US-Präsident Ronald Reagan zum Gedenken an den sechsjährigen Etan Patz, der am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule für immer verschwunden ist, wählte.
  • Die Geschichte von Etan Patz ist für mich persönlich:
  • Horror, pur!

Es war das erste Mal, dass der sechsjährige Etan Patz den Weg zum Schulbus alleine ging.

Von der Feuertreppe ihrer Wohnung in Manhattan aus sah die Mutter, Julie Patz, ihrem Sohn damals, am 25. Mai 1979, noch bis zur nächsten Kreuzung hinterher.

Die letzten 50 Meter zum Schulbus werde er auch noch schaffen, dachte sie, als sie vom Fenster weg trat.

Jedoch Etan erreichte den Schulbus nie.

Er verschwand spurlos.

Die Polizei begann sofort, die Nachbarschaft ab zu suchen. Landesweit wurden Bilder von Etan auf Milchpackungen gedruckt, was damals ein absolutes Novum darstellte, und sogar auf den Werbeflächen am Times Square gezeigt.

Das Lächeln von Etan ging um die Welt.

Doch all das blieb ohne Erfolg.

In der Hoffnung, dass ihr Sohn irgendwann zu ihnen zurückkommen werde, zogen seine Eltern nie um und behielten immer dieselbe Telefonnummer. Aber Etan rief nie an, stand nie mehr vor ihrer Tür.

Erst im Jahr 2012, 33 Jahre später, gestand der Fabrikarbeiter Pedro Hernandez, Etan auf dem Schulweg in einen Keller gelockt und dort erdrosselt zu haben. Den Körper habe er in den Müll geworfen.

Es schien, als bekämen die Eltern endlich Gewissheit.

Doch die Beweislage für eine Verurteilung war sehr dünn.

Als der Angeklagte dann auch noch sein Geständnis widerrief und Etans Leiche nie gefunden wurde, konnten sich die Geschworenen schließlich nicht auf ein Urteil einigen.

Hernandez wurde freigesprochen.

Die Ungewissheit über den Verbleib eines Menschen ist für die Angehörigen eine emotionale Extremsituation.

Häufige Folgen sind Schlaf- und Angststörungen, Alpträume, Depressionen und Schuldgefühle.

Der Tod gibt den Verwandten zumindest die Möglichkeit, den Verlust mit Trauer zu bewältigen.

Doch bei Langzeitvermissten überschattet die Ungewissheit ein Leben lang die Gegenwart.

Hoffnung, Verzweiflung, Schuldgefühle lassen die Angehörigen nicht zur Ruhe kommen.

„Sehr häufig erleben wir, dass Eltern lieber eine Todesnachricht ihres vermissten Kindes bekommen würden, als die ungewisse Situation noch länger aushalten zu müssen“ sagt Bianca Biwer, die Bundesgeschäftsführerin des Weissen Rings, der sich in Deutschland den Opfern annimmt.,

Oft wird die Todesnachricht dann sogar als erleichternd erlebt“.

Es gibt verschiedene Organisationen, die die Suche nach diesen Kindern nicht aufgeben und versuchen Eltern und Jugendlichen praktische, vorbeugende Tipps zu geben, damit sie solch ein Schicksal nie erfahren müssen.

Im Internet kann man sich unter der Adresse

www.vermisste-kinder.de

über dieses Thema informieren.

Man findet auf dieser Seite auch Adressen zu Organisationen und Polizeieinrichtungen, die in einem solchen Fall kompetent weiterhelfen können.

Ich drücke allen Menschen von Herzen gerne die Daumen und klopfe auf den Tisch, dass wir nie in eine solche Situation kommen, toi toi toi

Werner